Literatur-Agentur

Karin Welters

 

Heute stellen wir mal den Western-Autor Rolf Steimke vor. In den letzten Jahren hat er sich sich bei Lesern und Fans dieses Genres einen Namen gemacht. R.S. Stone - dieser Autorenname steht für Spannung, Action und solide Western. Aber wer ist eigentlich R.S. Stone? Erzähl uns bitte etwas über Dich.

 

 

 

Nun, geboren wurde ich 1963 in der Nähe von Bremen, aufgewachsen bin ich in Delmenhorst. Ich bin seit 2004 glücklich verheiratet, habe drei faszinierende Kinder (Kathrina, Thyronne und Nelson). Zusammen leben wir in Ganderkesee, einem Vorort von Delmenhorst. Gelernt hatte ich mal Automechaniker, was so gar nicht zu mir passen mochte, sodass ich später eine kaufmännische Ausbildung nachgezogen hatte. Schreiben und Zeichnen waren eher mein Ding. Ich war schon immer einer, der sich stundenlang damit beschäftigen konnte, irgendwelche Figuren und Geschichten zu entwickeln. Von Kindesbeinen an. Aber paradoxerweise bin ich hauptberuflich immer irgendwie andere Wege gegangen, wobei ich in den 80ern den kurzzeitigen Entschluss gefasst hatte, Grafiker zu werden, um später vielleicht mal Comics zu zeichnen. Aber dieser Plan wurde verworfen, weil zu derzeit die Studienplätze einfach zu überfüllt waren und man nur durch viel Glück und 'ner kräftigen Portion Vitamin B an sie herangekommen wäre. Aber der Hang, Geschichten zu entwickeln blieb, und so machte ich "nach Feierabend" damit weiter. Auch, wenn es zunächst für die Schublade blieb. Aber das sollte sich dann später ändern. wobei meine Frau nicht ganz schuldlos war. Sie hatte nämlich beim Aufräumen ein paar von mir selbstgeschriebene Heftchen gefunden, die ich in den Müll geworfen hatte. Das hatte sie absolut nicht gut gefunden und legte sie mir mit den Worten "So etwas darf man einfach nicht wegwerfen" auf den Tisch. Nun, da hatte sie recht. Ich besann mich also, schrieb noch intensiver und die Sache fing an, sogar richtige Formen anzunehmen.

 

 

 

Aufgrund Deines Jahrganges dürftest Du sicher noch als Leser einen Bezug zum Westerngenre haben. Was hast Du gerne gelesen, und wann hast Du Deine ersten Schritte als Autor gemacht?

 

 

 

Oha, und wie ich diesen Bezug habe! Western hatten mich schon immer fasziniert. Klar, dass ich als junger Bengel schon anfing, die Hefte von Unger zu lesen, die Heyne-Taschenbücher von Haycox, Overholser, Shirreffs verschlang. Diese Autoren waren es auch, die mich geprägt hatten. Und es heute noch tun. Die ersten Schritte als Autor ..., hm ...; ist nicht so ganz leicht zu sagen, da ich ja schon immer irgendwie mit Schreiben und Zeichnen zugange war. Aber ich denke, die ersten Schritte, Geschriebenes veröffentlichen zu wollen, kamen Anfang der 90er, als ich zwei Western einem Verlag angeboten hatte, der sie dann aber postwendend abgelehnt hatte. War nicht gerade motivierend. Aber als dann Anfang der 2000er sich der EPLA-Verlag bereiterklärte, ein paar meiner Romane in Kleinstauflage zu veröffentlichen, klarte sich wieder der Himmel und ich schöpfte Mut. Weitere kamen und der Bann war gebrochen.

 

 

 

Deine Western haben klassische Themen, aber mit einer klaren Sprache und vielen spannenden Elementen. Was bedeutet es für Dich, Westernromane zu schreiben?

 

 

 

Ich würde es so ausdrücken: es ist die Erfüllung einer Leidenschaft, die mich ein ganzes Leben lang in den Bann gezogen hat.

 

 

 

Gibt es bestimmte Themen, die Du bevorzugst? Oder anders gesagt: gibt es Autoren, die Dich beeinflusst haben bzw. es noch tun?

 

 

 

Wie du ja schon sagtest, sind in meinen Western die klassischen Themen enthalten. Diese finde ich natürlich allesamt gut. Was mich aber am meisten fasziniert, das ist die Zeit nach dem Bürgerkrieg, jene, als die großen Viehherden aufbrachen, um nach Norden zu trailen. Klar, Weidekriege, Eisenbahn, Sheriff gegen Banditen - dies alles folgt auf dem Fuße. Nun, es gibt sehr viele Autoren, die ich mag, sie immer wieder lese. Aber ich denke, dass ich G. F. Unger und Ernest Haycox an erster Stelle nennen dürfte, die mir das Rüstzeug zum Schreiben gegeben haben. Beide unterschiedlich wie Tag und Nacht. Aber beide mit einer Echtheit und Liebe zum Genre, dass sich ihre Romane in meinem Kopf einfach "festbrennen". Auch wenn sie sich sprachlich deutlich unterscheiden. Aber das wiederum passte mir stets gut in den Kram, ließ sich so doch langsam mein eigener Stil finden - aus einem Mix beider Autoren, um's mal salopp zu sagen.

 

 

 

Du hast ja einige Zeit lang auch in eigener Regie Western veröffentlicht, als eBook- und Printausgabe. Welche Erfahrungen hast Du in dieser Zeit gemacht?

 

 

 

Die Sache mit der Eigenregie war dann doch sehr mühselig. Ich war mehr damit beschäftigt, Bücher zu fertigen, als zu schreiben. Ebooks waren dann schon etwas einfacher. Schreiben und dann ins Netz damit. Wäre seit 2012 ein Heftroman-Verlag aus Hamburg nicht gewesen, für den ich anfing, Western-Hefte zu schreiben, hätte ich mich wahrscheinlich mehr um ebooks gekümmert.

 

 

 

Was hat Dich dazu bewogen, Dich an die Edition Bärenklau zu wenden? Du hast ja auch vermehrt in den letzten Jahren "normale" Heftromane geschrieben.

 

 

 

Western-Hefte zu schreiben ist gewiss eine gute Sache, die auch sicherlich bestehen bleibt, so lange es gehen mag. Nun ist es allerdings so, dass ich mich als Autor in mancherlei Dingen doch etwas eingeschränkt sehe, und sei es nur auf ein festgesetztes Format, was die Länge der Romane anbelangt. Auch geht man als Autor dann doch etwas "unter", um es mal schlicht auszudrücken.

 

Edition Bärenklau gibt mir die Möglichkeit einer freieren Entfaltung als Autor, wie es derzeit im Heftroman-Sektor ist. Klar, ich bin dankbar, dass ich für Heftromanverlage schreiben kann. Keine Frage. Aber ebenso dankbar, dass ich bei der Edition Bärenklau agieren darf und hier für mich andere Entfaltungsmöglichkeiten sehe. Hier kann ich anders agieren, habe mehr Freiraum für die Gestaltung von Storys, Figuren, Handlungen, etc., und brauche nicht darauf zu achten, wie lang mein Roman werden darf. Auch fallen gewisse Vorgaben weg, die ich nicht zu beachten brauche.

 

 

 

 

 

Gibt es auch andere Genres, in denen Du tätig warst? Oder anders gefragt, hast Du konkrete Pläne für weitere Projekte?

 

 

 

Ich hatte 2016 einen Ausflug in den Orient gemacht und Kara Ben Nemsi in die Felsenstadt Petra geschickt. Weiß somit also, dass ich mich auch mit anderen Genres beschäftigen kann. Nun, Pläne für anderweitige Projekte sind gewiss in meinem Kopf. Denke da an Krimis oder Abenteuerromane. Aber konkret sind sie derzeit eher noch nicht. Aber das kann sich ändern.

 

 

 

Das Westerngenre wird von jüngeren Lesern eher distanziert gesehen und sehr oft als nicht zeitgemäß bzw. veraltet betrachtet. Was sagst Du zu diesen Ansichten? Und warum lohnt es sich, dass auch jüngere Leser sich mit diesem Genre beschäftigen sollten?

 

 

 

Für so einen Westernfreak, der ich ja nun mal bin, ist es natürlich von riesengroßem Interesse, auch jüngere Leser wieder an dieses Genre heranzuführen. Das Schlimme ist nur, dass die Jüngeren den Western nicht nur als veraltet betrachten, sondern ihn vereinzelt nicht einmal mehr kennen. Hinzu kommt erschwerend, dass heutzutage nicht mehr viel gelesen wird. Nach dem Motto: Ein Buch? Was ist das denn?

 

Dabei ist es doch gerade der Western mit den Botschaften wie Mut, Redlichkeit, Ehrlichkeit, Treue, Ehre (hier könnte ich Unger zitieren), der unseren Jüngeren den Weg dieser Begriffe aufzeigen, sie wieder nahebringen sollte. Es gibt kaum ein anderes Genre, meiner Meinung nach, das diese Botschaften einem so nahebringen kann, wie der Western in der klassischen Form gesehen. Da muss der Hebel angesetzt werden. Wir leben in einer kalten Zeit, alles nur noch elektronisch. Eine visuelle Welt, die vielfach das präsentiert, was nicht echt, nicht real ist. Alles funktioniert, hat zu funktionieren. Aber es ist eben nicht echt. Die junge Generation wächst in diese Welt hinein, in der ich als Älterer oftmals nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Zeit miteinander, füreinander ..., geht kaum noch. Klar, dass dann die genannten Begriffe kaum noch realisiert werden.

 

Vielleicht etwas überspitzt dargestellt, aber die Richtung dürfte stimmen.

 

Wenn es gelingt, mit neuen Western die Jüngeren wieder zu erreichen, sehe ich das als einen verdammt weiten Schritt nach vorn. Und zudem dürfte es wirklich wieder Raum schaffen eben für doch so wichtige Begriffe. Wie Mut, Ehrlichkeit, Treue, Zuversicht ...

 

 

 

Jetzt wird es spannend: was können die Leser von Dir bei der Edition Bärenklau erwarten?

 

 

 

Einen R. S. Stone, der alles dransetzt, um sie mit seinen Romanen zu begeistern. Jawoll!

 

 

 

Wenn Du noch etwas sagen möchtest, dann wäre jetzt und hier der passende Zeitpunkt dafür. Ansonsten freuen wir uns sehr, Dich im Team zu haben.

 

 

 

Lieber Alfred, und ich freue mich, bei euch sein zu dürfen!