Literatur-Agentur

Karin Welters

 

Wir freuen uns, Sie, Hans-Jürgen Raben, im Autorenteam der Edition Bärenklau begrüßen zu dürfen und damit unserer Leserschaft einen Autor näherzubringen, dessen spannungsgeladenen Werke nichts zu wünschen übrig lassen.

 

Vielleicht möchten Sie sich unseren Lesern kurz vorstellen.

 

 

 

Mein Name ist Hans-Jürgen Raben. Nach dem Abitur habe ich Publizistik und Germanistik studiert und arbeitete anschließend für verschiedene Verlage und Agenturen. In den letzten Jahrzehnten meines Berufslebens war ich Public-Relations-Manager in einem großen internationalen Konzern.

 

 

 

› Wie kamen Sie zum Schreiben?

 

 

 

Ich habe immer schon gerne Spannungsliteratur gelesen, und eines Tages sagte ich mir: Das kannst du auch! Der Zauberkreis Verlag suchte Autoren für eine neue Spionage-Serie. Ich bewarb mich mit einem Exposé – und wurde angenommen. In rascher Folge wurden es dann vier weitere Spionage-Romane.

 

 

 

› Wie heißt Ihr erster veröffentlichter Roman? Wann wurde er publiziert?

 

 

 

Mein erster Roman heißt im Originaltitel „Spione sterben lautlos“ und wurde 1974 im Zauberkreis Verlag veröffentlicht.

 

 

 

› Wie viel Romane haben Sie bisher insgesamt geschrieben, und wo sind diese im Lauf der Jahre erschienen? Hatten Sie dafür literarische Vorbilder?

 

 

 

Insgesamt sind es so an die sechzig Romane, erschienen unter anderem im Zauberkreis Verlag, bei Pabel/Moewig und im Heyne-Verlag. Meine Vorbilder waren immer die führenden Autoren der anglo-amerikanischen Spannungsliteratur.

 

 

 

› In der Vergangenheit haben Sie an diversen Serien mitgewirkt. Welche waren das? Gab es dabei für Sie als Autor besondere Vorgaben oder hatten sie mehr oder weniger freie Hand?

 

 

 

Die meisten Romane habe ich für die Serien „Kommissar X“ und „Franco Solo“ geschrieben, auch für „Plutonium Police“ – alle bei Pabel erschienen. Die besonderen Vorgaben waren natürlich im sogenannten Rahmen-Exposé festgelegt, ansonsten hatte ich für die Themenwahl freie Hand.

 

 

 

› Gibt es Anekdoten aus Ihrer damaligen Zeit als Serienautor? Hatten Sie Kontakt zu anderen mitwirkenden Autoren?

 

 

 

Die Verlage haben die Identität ihrer Autoren ziemlich gehütet, sodass man kaum die anderen Autoren kennenlernen konnte. An eine kleine Anekdote erinnere ich mich, als mein Lektor zu mir sagte: „Bei den Horror-Autoren brauchen wir dringend frisches Blut.“ Ich muss ihn wohl ziemlich verblüfft angestarrt haben.

 

 

 

› Welchen Themen bzw. Genres haben Sie sich außerhalb dieser Serien gewidmet? Konnten Sie sich diesen ohne Einschränkungen widmen oder mussten Sie sich dabei an Vorgaben der Verlage halten?

 

 

 

Außerhalb der Serien habe ich für den Heyne-Verlag einen SF Roman und diverse SF Stories geschrieben. Dafür gab es keine Vorgaben. Daneben habe ich noch zahlreiche Artikel für Zeitungen und Zeitschriften geschrieben. Das reichte von Reiseberichten bis zu Videospiel- und Filmkritiken.

 

 

 

› Sie haben unter anderem auch Spionage-Krimis geschrieben, die sehr gut recherchiert wirken. Wie muss man sich die Vorarbeit für solch ein Buch vorstellen? Damals gab es schließlich noch kein Internet. Wie lange dauerten solche Recherchen in der Regel? Schildern Sie doch einfach mal Ihren Arbeitstag aus dieser Zeit.

 

 

 

Ich habe immer schon sehr viel gelesen und besaß zahlreiche Bücher zu den unterschiedlichsten Themen. Als ich anfing zu schreiben, kam noch viel gedrucktes Material dazu: Fachbücher, Zeitschriften, Karten, Pläne, und im Laufe der folgenden Jahre habe ich viele Schauplätze meiner Romane aus eigener Anschauung kennengelernt. Zum Schreiben gehört nicht nur Fantasie und Kreativität, sondern vor allem Disziplin. Ich habe an den Wochenenden zwischen vier und sechs Stunden ohne Unterbrechung geschrieben – natürlich auf der Schreibmaschine. Ich hatte mir selbst genaue Ziele gesetzt, wie viele Anschläge ich pro Stunde schaffen musste (ein Serien-Taschenbuch hat immerhin ca. 300.000 Anschläge). Die Vorarbeit fand im Kopf statt, und wenn der Anfang festgelegt war, entwickelte sich die weitere Handlung meist beim Schreiben.

 

 

 

› Sie haben nicht immer unter Ihrem richtigen Namen veröffentlicht. Wann haben Sie ein Pseudonym benutzt? Welche waren das?

 

 

 

Die ersten Romane erschienen unter meinem richtigen Namen. Bei den Serien war es seinerzeit üblich, Pseudonyme zu benutzen, Ich entschied mich nach dem Verlagswechsel für Steve McCoy – der Name meiner Hauptfigur aus den Spionage-Romanen.

 

 

 

› In den letzten 20 Jahren hat sich der Buchmarkt deutlich verändert, das eBook ist als Medium hinzugekommen? Wie sehen Sie die eBook-Branche? Welche Chancen räumen Sie ihr ein?

 

 

 

Ich denke, dass eBooks sehr gute Chancen haben. Sie sind eine Fortsetzung der klassischen, gedruckten Medien in elektronischer Form. Entscheidend ist doch, dass überhaupt gelesen wird! Und da es heute mehr Bücher und Zeitschriften gibt als je zuvor, mache ich mir über die Zukunft des Lesens keine Sorgen. Insofern wird auch der Markt der eBooks wachsen.

 

 

 

› Was macht Hans-Jürgen Raben heute?

 

 

 

Nach der Hektik des Berufslebens ist der Ruhestand ein durchaus erfreulicher Zustand. Aber Reisen und Lesen sind immer noch wichtig – und natürlich die Familie.

 

 

 

› Gibt es Pläne wieder einmal einen Roman zu schreiben, oder gehört dieses Kapitel der Vergangenheit an?

 

 

 

Ich denke schon ernsthaft darüber nach, zumal sich in meinen Unterlagen manch Unvollendetes befindet, das sich für weiteres Bearbeiten eignen würde. Da ich mit der Edition Bärenklau einen hervorragenden Verlagspartner habe, wären weitere Veröffentlichungen durchaus möglich.

 

 

 

› Wenn es noch etwas gibt, was Sie uns oder den Lesern mitteilen möchten, dann wäre hier die Gelegenheit dafür:

 

 

 

Ich bewundere die Initiative und den Mut von Jörg Munsonius, in seiner Edition Bärenklau so viele Werke der Unterhaltungs- und Spannungsliteratur der vergangenen Jahrzehnte dem Vergessen zu entreißen und als eBooks neu herauszubringen. Diese Romane haben damals vielen Menschen Freude und Entspannung gebracht, und sie haben das Potential, das auch heute wieder zu tun. Für mich als Autor ist das ein faszinierender Gedanke.

 

 

 

 

 

Wir bedanken uns recht herzlich für dieses Interview und dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten. Für Ihre künstlerische Zukunft wünschen wir Ihnen zahlreiche, tolle Ideen und bei deren Umsetzung viel Erfolg!

 

Der Leser darf sich freuen: Alle von Hans-Jürgen Raben bisher nur im Papierformat vorliegenden Bücher werden in nächster Zeit auch im eBook-Format erhältlich sein.

 

ca. 1965 - c, Hans-Jürgen Raben und Edition Bärenklau, 2017

1972 - c, Hans-Jürgen Raben und Edition Bärenklau, 2017

1974 - c, Hans-Jürgen Raben und Edition Bärenklau, 2017

1978 - c, Hans-Jürgen Raben und Edition Bärenklau, 2017

1980 - c, Hans-Jürgen Raben und Edition Bärenklau, 2017

Januar 2017 - c, Hans-Jürgen Raben und Edition Bärenklau, 2017

Aktuell - c, Hans-Jürgen Raben und Edition Bärenklau, 2017